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Kein "Bericht aus Berlin" - sondern Frankfurt... |
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Wie schnell doch die Zeit vergeht…Es sind mittlerweile fast 1,5 Jahre vergangen seit ich Itzehoe den Rücken gekehrt habe, um am Main von vorn anzufangen und ins Berufsleben zu starten. Zwei Wochen lagen zwischen der Zusage des neuen Arbeitgebers und meinem ersten Arbeitstag, dazwischen die zwei letzten Prüfungen des Studiums, Wohnungssuche aus 560km Entfernung, „Umzug“, Ungewissheit und vor allem Abschied. 30. September 2005… die Wohnung in IZ gekündigt, der neue Mieter beim Einzug, der Mietvertrag in Frankfurt noch nicht unterschrieben, all meine Möbel bei einem (ehemaligen) Kollegen auf unbestimmte Zeit eingelagert und alles was für die ersten Tage und Wochen unabkömmlich schien, in meinem Ford Ka gepackt (und glaubt mir, da geht eine ganze Menge rein! :-) Ja, die letzten Tage in IZ waren chaotisch… tausend Dank an dieser Stelle vor allem an Kiki, Andi, Jörg und Michael…Es ist ein verdammt beschissenes Gefühl, abgesehen vom nötigsten Hausstand wirklich alles zurück lassen zu müssen. Das Herz wollte bleiben… nicht nur der Liebe wegen, aber manchmal muss man halt auch den Kopf einschalten, um zu einer Entscheidung zu kommen. Der Start hier im „Süden“ war nicht leicht und gerade die plötzliche Umstellung von bis dahin teilweise 6 Tagen/Woche auf dem Hockeyplatz im Gegensatz zur vorübergehenden Vereinslosigkeit hat sich bemerkbar gemacht. Wochenlang überkam mich montags, mittwochs und freitags pünktlich um 16.30Uhr eine gewisse Unruhe… Sind die Hockeysachen schon gepackt? Das Training vorbereitet? Wer hatte doch gleich abgesagt? Welche Mannschaft spielt wo am Wochenende und wo werden noch Autos gebraucht? …. heeee, aufgewacht… willkommen im „neuen“ Leben… Du bist nicht mehr im Norden, keine wartenden Hockeykinder, keine Mannschaft, kein Verein… Das konnte so nicht bleiben!!! Nach einigen Recherchen hatte ich mich für den SC SAFO entschieden und war schon in der zweiten Oktoberwoche zusammen mit meinen zukünftigen Mitspielerinnen und dem Trainer direkt am Main joggen. Es war alles so unwirklich… noch zwei Wochen zuvor hab ich auf einem norddeutschen Deich gesessen und die Ruhe genossen, und jetzt? Jetzt lief ich mit 10 Hockeydamen und ihrem Trainer direkt vor der Frankfurter Skyline und war irgendwie nicht ich selbst. Mit der Zeit sollte sich dieses komische Gefühl langsam ändern. Die ersten Spaziergänge ohne Stadtplan, Durchblick beim S- und U-Bahn-Netz, endlich Straßen, in denen ich das Auto parken konnte, ohne gleich ein Ticket zu bekommen, in der Firma Gesichter, die man schon das ein oder andere mal gesehen hat und nicht mehr die Jeans als Arbeitskleidung, sondern der Anzug. Während das Stadtbild zur Gewohnheit wurde, war meine Wohnung – abgesehen von der Luftmatratze, einem Klapptisch, zwei Regalen, Klamotten und natürlich dem PC ;-) - noch immer so leer wie am ersten Tag und das Nachholen der Möbel noch in ungeklärt weiter Ferne… 6 Wochen sollte es dauern bis Mietwagen, Helfer im Norden und Helfer in FFM endlich am gleichen Tag verfügbar waren und das Einleben wirklich beginnen konnte. Auch beim Hockey hatte ich mich im Laufe der Hallensaison einleben und nützlich machen können. ;-) Neben den ständigen neuen Entdeckungen die ich auf meinen „Streifzügen“ durch die vielen Parks, die Innenstadt, die Frankfurter Clubs und die neue Umgebung gemacht habe, stellte sich so langsam der Alltag ein. Was aber immer geblieben ist, ist die Sehnsucht nach dieser platten Landschaft im Norden. Nachdem ich Anfang März für fast 3 Wochen zum Lernen in IZ und Umgebung war wollte ich im Sommer unbedingt wiederkommen und den Norden genießen. Einen ordentlichen Strich durch sämtliche (Urlaubs-)Pläne machte mir da aber mein bislang letztes Hockeyspiel zwei Tage nach Eröffnung der Fußball-WM. Den Ausgang des Spiels musste ich mir nämlich mit gerissenem Kreuzband von der Seitenlinie angucken und konnte schon da sicher sein, in den folgenden Wochen genug Zeit zum Fußballgucken zu haben. Der gerade neu gewonnen Alltag war von einem Moment auf den anderen dahin und musste in einer fremden Stadt mit nicht all zu vielen Freunden schon wieder neu sortiert werden. Es ist dann um so schöner, nach Wochen endlich wieder selbst die Kaffeetasse von A nach B tragen zu können, Fahrradfahren wird zum Highlight der nicht enden wollenden Physiotherapie und an die Tatsache, dass man mind. die doppelte Zeit für Wege einplanen muss, gewöhnt man sich auch. Nach dem ich mich an so vieles neu gewöhnen musste,
hab ich im September zwei 7 Wochen alte Racker dazu gebracht sich an
mich zu gewöhnen… Der Neuanfang beim Hockey muss – so wie es momentan aussieht – noch ein bisschen warten, ist aber für den Sommer geplant. Da meine „neue“ Mannschaft aber unter chronischem Spielermangel leidet und erst zur nächsten Hallensaison wieder antritt ist offen, ob ich nicht noch einmal den Verein wechseln werde. Bis dahin heißt es erst einmal weiter in Geduld üben und fleißig zur Physiotherapie und anderweitigem Krafttraining gehen und nebenbei natürlich auch arbeiten. Der nächste Besuch im Norden steht, abgesehen vom Schwale-Cup in Neumünster Mitte März, leider noch nicht fest, wird sich aber hoffentlich bis zum Sommer einrichten lassen. Vorerst also nur auf diesem Wege liebe Grüße an alle IHC’ler und viel Erfolg den sportlich Aktiven bei ihren Spielen! Liebe Grüße, Kathrin "Krümel" Wendel |
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